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Urheber/Marken RECHT

FotografiePosted by PSW Sun, March 08, 2015 20:54:30

In den schier unendlichen Weiten der internet-technischen Fotowelt stößt man immer und immer wieder auf versierte Bildbearbeiter und Fotografen, welche immer und immer wieder mit großartigen Sets auftauchen, in denen es vor "KlimBim" und insceniertem detailreichtum nur so wimmelt.

Jedoch bemerkt man auch immer wieder daß scheinbar rechtliche Aspekte der technisch gelungenen Umsetzungen, leider sehr häufig ausser acht gelassen werden.

Zu diesem Artikel kam ich erst jüngst als ich fototechnisch, einige (für mich) ungewöhnlichere Dinge umgesetzt habe.

Die Rede ist von einer komplett inscenierten, jedoch fotografierten Scene, irgendwo zwischen dem typischen Gamer/Nerd Image (Frontal21, wir verstehen uns...so sieht´s bei mir daheim aus ;-) ) und einer studentischen Messiewohnung.

Irgendwo zwischen Randgesellschaft und Jugendkult.

wie ich erst später feststellen musste, saß ich an der kompletten Retusche der Scene (fast) genau so lange, wie an einem Composing.


Wie wir sehen, besteht die Scene aus massig kleinen Details und die vergammelten Pizzastücke und Kartoffeln stellten hierbei das geringste Problem dar.

Die größeren Probleme, waren viel mehr, die Hersteller, solch köstlicher Pralineés, oder sehr beliebter Retrospielekonsolen.
Auch diverse Kosmetik und Rucksackhersteller, waren hier natürlich mit von der Partie und das kölner Brauhaus stellten hier, gemeinsam mit einer kölner Bäckereikette, erst das Schlußlicht dar.

Zur Veranschaulichung, habe ich hier einmal das Bild in Graustufen gesetzt und alle Logoentfernungen in rot markiert.


Dieser kleine Ausflug in die schier unendliche Welt, bezieht sich also erstrangig auf inscenierte Fotografie. Aufnahmen von Gebäuden, oder Outdoorverhältnisse unterliegen gesonderten Richtlinien.


Aber wie verhält sich Marken bzw Urheberrecht?

Nun, ohne zu sehr mit Paragraphen um mich zu schlagen, oder zu sehr ins Detail gehen zu wollen, gilt generell;
Alles was in irgendeiner Weise geschaffen wird, unterliegt Urheberrecht?
Auch dann, wenn keine Definition mit anbei steht oder ein Logo im Bild ist.


Ich persöhnlich sehe mein eigenes Logo in meinen Bildern, also nicht unbedingt als zerstörerisches Element, sondern eher als Service an, da so, jeder weiß an wen er sich wenden muss, wenn ihn, oder ihr ein bestimmtes Bild interessiert.
Für mich gibt es nichts schlimmeres wie unklare Verhältnisse.

Denn besonders in Zeiten, wo soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Instagram boomen, werden Bildwerke, natürlich auch einer großen Bandbreite von Jugendlichen, Minderjährigen oder einfach Unwissenden zugänglich gemacht.
Wie oft hört man hier Sätze, wie; "Das habe ich nicht gewusst, es war ja nichts drinne."
Leider mussten hier schon viele Eltern schmerzhaft feststellen, daß auch solche Sätze, leider nicht vor Strafe schützen, sofern es denn einmal jemand wirklich darauf anlegt.


Logos und Marken?

Hier gilt generell, daß jedes Logo auf jeden Fall durch das Urheberrecht seines Machers (Grafiker) geschützt ist.

Bei den meisten Firmenlogos, wie bei unserem Beispielbild oben, handelt es sich sogar um eingetragene Markenzeichen.

Hierbei gilt, daß NUR der Beteiber (Firma) der entsprechenden Marke das Produkt vertreiben darf.

Wenn sich also ein solches Logo in eurem Bild versteckt hat, muss hier die digitale Schere angesetzt werden oder eine entsprechende Erlaubnis des Betreibers eingeholt werden.


Designs?

Ganz richtig! Auch sehr eigenwillige bzw unikative Designs können patentiert werden.
Hierbei gilt generell; Zuerst erkundigen, dann die Kamera auspacken.


Einige Beispiele:

In the grim future, there is.....

Wir alle kennen den Spruch, welcher von einem der weltweit beliebtesten Tabletop Hersteller ausging.
So zeichnen sie sich, seit dem Beginn, Mitte der 80er Jahre, für individuelels und sehr kreatives Design ihrer Figuren und ihres ganzen geschaffenen Universums, aus.
Jedoch bietet diese Firma auch ein geradezu glamouröses Beispiel für geschützte Designs.
Bereits vor einigen Jahren gingen einige Abmahnwellen raus, da einige 3D Artisten einige Panzer und Kampfroboter aus dem bekannten W40 Universum, abgeändert und nachgemodelt haben und auch im Internet veröffentlicht hatten.

Das grundsätzliche Urheberrecht liegt hierbei natürlich bei dem CG Artist, jedoch basierte dessen Arbeit auf dem geschütztem Design.


Klotz für Klotz und faires Spielen?


Ja, auch (meines erachtens nach) sehr faire Konditionen gibt es dort.
Ich bemerke immer wieder, wie Lego Teile in Bildmanipulationen verwendet werden und öffentlich zugänglich gemacht werden.
Auch hier gilt es zu beachten, daß dies eine eingetragene Bild- und Wort-Marke ist und in Bildmanipulationen, die Benennung dieser Marke, ausschliesslich als Adjektiv verwendet werden darf, z.B. Lego Teile, oder Lego Steine, aber niemals als Wortmarke in oder am Bild mit angegeben werden darf.
Die Firma zeichnet sich für mich, als eine der fairsten Firmen, was rechtliche Belange angeht aus, da sie über ihre Seiten, alles ganz klar definiert haben, so daß es jeder einfach nachlesen kann.
Für interressierte findet ihr hier den Link zu den rechtlichen Konditionen:

Rechtliche Seite


Aber ich bin Hobbyfotograf!
Auch wenn jemand mit der Fotografie kein Geld verdient (unsere Definition von Hobbyfotograf) und es in Internetplattformen hochlädt, oder gar eine eigene Facebook Seite betreibt (wie heutzutage fast schon üblich) so sehen die gesetzlichen Ansichten da ein wenig anders aus.
Ein Hobbyfotograf ist jemand der keinerlei Interresse daran hegt evtl Gewinn aus seinen Bildern schlagen zu können und die Aufnahmen, ausschliesslich für seinen Privatgebrauch anfertigt.
Bist du also wirklich (!!!) ein Hobbyfotograf?


Ich habe es nur hochgeladen!

Generell gilt ein Bild als veröffentlicht in dem es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Und von dem Punkt an kommt man auch schon aus dem Status des "Hobbyfotografen" herraus.
Wenn jemand keinerlei Interresse daran hegt, Gewinn herrausziehen zu können, so braucht er es auch nicht veröffentlichen, so der Gesetzgeber.
Das heißt also, sobald man das erstellte Bildwerk öffentlich zugänglich macht, handelt man gewerblich.


Ein sicherer Weg?

Nun, als sichersten und zugleich auch, unbeschwerlichsten Weg, habe ich für mich selbst den, des "Selbermachens" entdeckt.
Sicherlich stellen Beispiele, wie jenes eingangs schon erwähnte Bild, einige Sonderfälle dar, jedoch denke ich, daß man auf jeden Fall hundert Prozent sicher fährt, wenn man entweder alles selber erstellt, oder seine Stocks aus klar definierten Quellen bezieht.


Wenn jetzt doch mal....?

Um ein wenig auf die Praxis wieder einzugehen, befassen wir uns einmal mit der Frage;
Was passiert, wenn ich doch mal ein geschütztes Logo abgebildet habe?
Nun, hierfür stehen dem gewandten Photoshop Anwender, die unterschiedlichsten Werkzeuge zur Verfügung.
Während ich Dinge, wie den normalen "Healing Brush" für solche Dinge weniger empfehlen kann, ist der griff zum Patch Tool definitiv der Richtige, wenn man ein Logo auf einem durchgängigen Hintergrund hat.
Als Beispiel, wäre hier das rote Logo auf der einfarbig orangenen Chipstüte zu erwähnen.



Weit komplexer wird es, wenn Objekte überlagern und das Logo nur zum Teil herrausragt.
Wenn wir hier mit dem bewährten Patchtool zu Werke gehen würden, müssten wir sehr schnell feststellen, daß wir massig weiche Matsche erhalten, was alles andere als gut aussieht.

In solch einem Fall bietet es sich an, mit dem Pfadwerkzeug zuerst entsprechend der Linier vorzumarkieren und dann eine Auswahl aus unserem Pfad, mit einer weichen Kante von 2-4 Pixel (abhängig von der Bildgröße) zu erstellen.



Mit dieser Auswahl, welche unsere Kante definiert, können wir nun nahezu sorgenlos zu unserem Kopierstempel greifen und eine Textur aus einem "nicht-logo-infizierten" Bereich aufnehmen und über unser Logo stempeln.

Dies bedarf ein wenig Übung, bietet aber eine sehr akkurate Möglichkeit auch solche Sachen ohne viel Aufwand meistern zu können.


Wer zu diesem sehr interressanten Thema noch weitere Infos haben möchte, dem kann ich nur diverse Bücher ans Herz legen, in denen man noch weit umfangreichere Informationen zu diesen Themen findet.





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