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Klassik vs Moderne

BildbearbeitungPosted by PSW Fri, April 08, 2016 13:49:44


Das Thema meines heutigen Blogeintrags ist zwar ein allseits beliebtes, jedoch stößt es auch nur all zu oft auf Unverständnis.

Immer wieder hört man Phrasen wie; "Du bearbeitest nur, weil du nicht ordentlich fotografieren kannst", oder auch umgekehrt; "Du bearbeitest nicht, weil du Photoshop nicht beherrschst"

Sicherlich stimmen diese Aussagen zum Teil auch, man kann natürlich nur im Rahmen der eigenen Fähigkeiten arbeiten.

Jedoch sollte man davon absehen, so etwas generell auf alles und jeden anwenden zu wollen.

Bearbeiter gegen natürliche Fotografen, diese Diskussion ist wahrlich so alt, wie es Photoshop gibt und wahrscheinlich sogar noch älter.

Aber wann ist ein Bild denn eigentlich zuviel bearbeitet?

Meine Meinung dazu ist ganz einfach:

Ein Bild ist dann zuviel bearbeitet, wenn es dem eigenen Vorhaben nicht gerecht wird, oder die Qualität eines Bildes darunter leidet.

Wenn ich also in eine alte Fabrikhalle gehe um dort Bilder zu machen, und ich im nachhinein ein Composing daraus erstelle, ist es definitiv zuviel bearbeitet, da das Endergebnis von meinem Vorhaben abweicht.

Auch wenn ich den hdr Look aufdrehe bis zum Anschlag, so daß sich anfangen Halos und/oder Fragmente zu bilden; ja, auch dann ist es eindeutig zu viel des Guten, da man hier, meines Erachtens nach, nicht mehr von künstlerischem Stilmittel, sondern von schlichtweg zerstörerischen Bildveredelungen sprechen kann.

Wenn ich mir eine Location herraussuche, dann nehme ich all die Mühe auf mich, um auch dort meine Bilder zu erstellen.

Wenn ich aber ein Composing erstellen möchte und konzeptionell arbeiten möchte, bin ich in einem Studio weit besser aufgehoben, da mir viel mehr und bessere technische Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um meine gewünschte Scene zu erstellen.



Ein Bildbearbeiter kann nicht fotografieren?

Gutes fotografiertes Material bildet der Ausgangspunkt für extremere Bildbearbeitungen

und viele Bearbeiter erstellen ihre Bilder selbst.

Die üblichen Gründe hierzu sind natürlich einerseits rechtlich bedingt, andere sind schlichtweg Gründe die dem Individualismus und der Produktivität anzukreiden sind.

Nur wenn ich meine Ausgangsdateien selber fotografiere, kann ich sie auch ohne Limitierungen auf meine konzeptionellen Vorhaben anpassen.

Siehe hierzu eine meiner jüngsten Arbeiten:



Wenn ich nun aber on Location unterwegs bin und gerade, wenn man Sonnenstand, Zeit und Ort genaustens timed, dann arbeite ich dort schon konzeptionell auf ein Ergebnis hin, hier wäre es also eine Schande, diese Planung durch ein Übermaß an Photoshop-Eifer, den Jordan hinunter gehen zu lassen.

Als beispiel hierzu dienen auch einige Bilder, welche ich vergangenen Sommer gemacht habe:


Diese Bilder sind nahezu unbearbeitet, da ich genau diese Stimmung so einfangen wollte und mehr Bildbearbeitung, oder der Einsatz von zusätzlich künstlichem Licht, mir diese Scene schlichtweg zu nichte gemacht hätten.

Bearbeitungszeit pro Bild waren hier (wenn es hoch kommt) ca 2 Minuten.

Gemacht wurde lediglich eine Raw Entwicklung und ein Nachschärfen und dann wurde das ganze auch schon wieder gespeichert.

Generell ist Photoshop ein extrem leistungsstarkes Mittel, worauf heutzutage jeder Zugriff hat.

Jedoch sollte man sich genau überlegen, "wo", "wann" und "warum" und vor allem, "wieviel" man dieses Mittel für die eigenen Umsetzungen hinzufügt.



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