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Wie nutze ich Lightroom?

BildbearbeitungPosted by PSW Tue, June 16, 2015 14:02:39


Heute möchte ich mich einmal einem Thema widmen, auf welches ich immer und immer wieder angesprochen werde.

"Benutzt du eigentlich gar kein Lightroom, zur Bildbearbeitung?"

Nun, zunächst einmal, wäre dazu zu sagen, daß ich kein Firmen- , Programm- oder Markenfanatiker bin. Ich setze die Programme so ein, wie sie mir am besten dienen und auch nutze ich jene Programme, für die entsprechenden Tätigkeiten, die mir am besten dienen.

Also findest du Lightroom schlecht?

Dazu, direkt zu sagen, "NEIN" ich nutze Lightroom, wie jeder andere kommerziell arbeitende Foto- / 3D Designer auch, jedoch schaue ich vorab wozu ich es brauche.

Im Falle meines Aushängeportfolios, welches größtenteils aus Composings und Beauties besteht nutze ich gar kein Lightroom, da es sich hierbei um Einzelbilder handelt.

Aber man kann doch auch in Lightroom...?

Natürlich könnte ich die Raw Entwicklung auch genau so gut in Lightroom machen, allerdings müsste ich es dann ohnehin nach PS rüber portieren.

Wenn es sich ohnehin um Einzelbilder handelt, kann ich mir diesen Schritt also sparen, da CameraRaw dieselben Funktionen wie Lightroom besitzt.

Ich sehe Lightroom, einfach gesagt, als verbesserten Raw Konverter an und genau als solches nutze ich das Tool auch.

Aber wozu verwendest du Lightroom dann?

Die wahre Stärke hinter Lightroom, meines Erachtens liegt in der Stapelverarbeitung.

Ich nutze Lightroom fast ausschliesslich für Firmenaufträge, die gerne mal Stockbilder, in großen Mengen, bearbeitet haben möchten.

Aber der für mich nützlichste Anwendungsbereich ist für Lightroom bei Animationen, da es für mich dort eine massive Zeitersparnis bedeutet.

Für Animationen, aber es ist doch zur Foto-Entwicklung da?

Ja, aber das heißt ja nicht, daß man es nicht auch anderweitig nutzen kann und einmal ein wenig aus der Box herrausspringen kann.

Wie, schon erwähnt ist die wahre Stärke dahinter, die Stapelverarbeitung, was bedeutet, man macht einmal seine Einstellungen und hat die Möglichkeit, diese Einstellungen auf alle anderen Bilder zu übertragen.

Heutige physikbasierte Renderengines, wie beispielsweise die NOX Renderengine, Blenders interne Cycles Engine, oder auch etliche andere, bauen, je nach Detailgrad und Shadern ein heftigstes Rauschverhalten auf.

Um dem entgegenzuwirken müsste man also die Samples in den entsprechenden Teilbereichen, teils bis in utopische Höhen schrauben.

Bei einem einzelnen Bild ist das noch nicht so das Problem, jedoch wenn es sich um Animationen, mit mindestens 25 Einzelframes pro Sekunde handelt, kann man teilweise mit Renderzeiten von mehreren Wochen und Monaten rechnen.

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Ein kurzes Rechenexample:

2 Minuten klingt zuerst einmal nach wenig Zeit.

Was sind schon 2 Minuten?

Nun, im 3D Bereich bedeutet das schon eine ganze Menge!

Wenn wir nur 2 Minuten Renderzeit sparen würden, wären das bei bei 2 Frames, bereits 4 Minuten, bei 3 Frames, wären das 6 Minuten und so weiter.

Wenn wir nunmal von Animationen von 25 fps ausgehen (in Kinofilmen wird meist mehr verwendet) bräuchten wir also 25 solcher Einzelframes um eine Sekunde animiertes Videomaterial zu erhalten.

Wenn wir das einmal auf unsere Zeitersparnis von "nur" 2 Minuten umlegen, so würden wir also bei einer Sekunde Material bereits 50 Minuten Renderzeit sparen.

Bei einer Minute Videomaterial, würde uns dies also eine Zeitersparnis von 3000 Minuten einbringen, oder umgerechnet 50 Std, also 2 Tage plus 2 Std.

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Besonders wenn man mit volumetrischen Lichtern, Rauch und Mesh Lights arbeitet, wird die ganze Scene natürlich sehr anfällig gegenüber dem internen Rauschverhalten der Engines.

Das Rauschen, was solche Renderer jedoch auswerfen, entsteht durch Fehlkoordinationen der Shaderinformationen und wird von Bildbearbeitungssoftware als normales Luminanzrauschen wahrgenommen.

Jetzt können wir den Faden einfach einmal weiter spinnen und werden wissen daß Lightroom einen extrem guten Unterdrückungsregler zur Beseitigung von Luminanzrauschen besitzt.

Und zusätzlich erhält man noch die Möglichkeit eines genauen Color Gradings, und spart sich ebenfalls die Zeiten der Compositor Berechnung der 3D Software.

Aber wie bekomme ich Videos in Lightroom rein?

Die Antwort ist; "Gar nicht".

Im professionellen Bereich rendert man ohnehin immer Einzelframes in Ordnern raus.

Das hat zum einen die Bewandnis, daß wenn der Rechner einmal abstürzt (wenn er über Nacht läuft) aufgrund von z.B. Updates oder dergleichen, man nicht alles von neu rendern muss.

Zudem kann man so frame-genaue Schnitte im FinalCut einbauen.

Und da man in Bilddateien (png´s üblicherweise) rendert hat man viele Bilddateien mit entsprechenden Benennungen (0001, 0002, 0003 usw), welche man dann problemlos nach Lightroom importieren kann.

Dies stellt zwar einen zusätzlichen Arbeitsschritt dar, erspart uns allerdings enorme Renderzeiten.

Erst neulich habe ich einen Trailer gerendert, an dem ich 3 Tage am Rendern war (ca 1 Minute). Ohne Lightroom, aber höheren Sampleraten, hätte mich der ganze Prozess knapp 3 Wochen gekostet.

Und hier liegen für mich die Schwerpunkte, bei der Nutzung von Lightroom.

Ich hoffe ich konnte damit einige Fargen beantworten und auch euch evtl ein wenig zum Denken anregen.

Vielleicht habt ihr ja auch Programme, welche ihr "zweckentfremdet" habt.



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